Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Wer einen Job sucht, besucht eine Jobbörse. Wer sich über einen Arbeitgeber informieren möchte, schaut auf dessen Karriereseite oder auf kununu. Und wer weder das eine noch das andere findet, fragt eine KI. So ist das zumindest in der Theorie. Die Realität im Jahr 2026 ist allerdings etwas komplizierter.
Die Art, wie Menschen suchen, hat sich verändert. Nicht dramatisch und auch nicht über Nacht, aber durchaus spürbar und inzwischen auch messbar. Wer heute ChatGPT, Perplexity oder Google mit AI Overview nutzt, gibt nicht mehr einzelne Stichworte ein, sondern formuliert seine Absicht: „Welches Proteinpulver enthält kein Soja und ist ausschließlich aus biologischen Zutaten?“ statt „Proteinpulver, kein Soja, Bio“ einzugeben, die Suche zu starten und 27 Treffer manuell zu vergleichen. Dieses veränderte Suchverhalten prägt das mentale Modell der Nutzer und macht auch vor der Jobsuche nicht halt. So heißt es dann etwa: „Ich suche eine Ausbildung im IT-Bereich in der Nähe von Bielefeld“, statt: „Ausbildung, IT, NRW“.
KI, der beste Freund der Jobbörsen?
Wer KI und Jobbörsen in Bezug setzt, landet schnell bei der Frage, ob KI die klassischen Jobplattformen überflüssig macht. Schließlich, so die gängige These, fragt man einfach ChatGPT nach passenden Stellen und braucht den Umweg über die Jobbörsen oder die Karriereseite nicht mehr.
Diese These krankt jedoch aus vor allem einem Grund, den diverse Studien übereinstimmend belegen: KI-Systeme bevorzugen bei der...
